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Glossar

Bedürfnisse
Definition:

In Bedürfnissen steckt Potenzial. Und es schlummert Energie in dem, was noch nicht realisiert oder befriedigt ist, noch nicht in die Welt gebracht ist. Da die folgenden Bedürfnisse (beim Lernen) so viel bewegen, so viele Formen annehmen können, nennen wir sie Grundbedürfnisse: 

  1. Ursprüngliche Kraft: Sie äußert sich als Überlebens- oder Vitalbedürfnis sowie als intuitive (Lern-)Kompetenz oder auch Neugierde. Diese vitalen Grundbedürfnisse haben schon ab dem ersten Lebenstag Bedeutung.
  2. Verletzlichkeit verweist auf die persönlichen Grenzen und die Integrität der Seele. Dahinter steht das Bedürfnis nach Selbstfindung (und Abgrenzung und Zugehörigkeit). Dieses Selbstbewusst-Werden durchläuft immer neue Reifungsprozesse.
  3. Unseren Welt- oder Außenbezug, unsere Neugierde auf die Welt, in der wir uns erleben und bewähren, könnte man Bedürfnis nach Weltgestaltung oder bescheidener als Bedürfnis nach Lebensraumgestaltung bezeichnen. Heute verbindet man damit meist kognitive Formen der Auseinandersetzung mit Natur und Technik, doch der Einsatz unserer mentalen Kräfte stellt nur einen (wichtigen) Aspekt dar, mit dem wir das Bedürfnis nach Weltgestaltung ausleben. (Siehe auch lernen4dimensional)
  4. In unserer Suche nach Höherem und nach einem sinnvollen Platz in der Gemeinschaft kommt das Bedürfnis nach Ganzheit mit einer Gemeinschaft, der Welt und dem Universum zum Ausdruck.
blinder Fleck
Definition:

Im blinden Fleck liegt meist der innere Ort unserer Aufmerksamkeit. Unsere Aufmerksamkeit zu verlagern bewirkt: neu zu sehen, neu zu denken, neu zu wollen, neu zu handeln, bewusster zu sein. 

C. Otto Scharmer, in dessen sozialer Feldtheorie „Theorie U“ der blinde Fleck eine zentrale Rolle spielt, wurde kürzlich in einem Interview gefragt, wie man seinen blinden Fleck erkennen könne: Er antwortete sinngemäß: "Gehen Sie an den Rand - zu jenen, die die Situation anders erleben als jene in der Mitte." 

Defizienz
Definition:

Defizienz ist die Einwirkung ins Kraftfeld in einseitiger Weise, sodass eine das Problem verstärkende Nebenwirkung entsteht. Wenn zum Beispiel in einer bestimmten Epoche die Einführung des Rechnungswesens die Wirksamkeit der eingesetzten Mittel erhöht hat, so kann in einer späteren Epoche die weitere Forcierung des Rechnungswesens zu bürokratischer Erstarrung der Beteiligten führen. (Siehe auch Effizienz)

Effizienz
Definition:

Mit Hilfe ihrer Bewusstseinsstrukturen bringen Personen und (soziale) Akteure in Kraftfeldern bestimmte Veränderungen hervor.
Effizienz oder Defizienz dieser Beiträge zum jeweiligen Kraftfeld hängt sowohl von der konreten persönlichen Entwicklungsphase wie auch der historischen Epoche ab.
So kann eine Person weiterkommen, also ihre Effizienz erhöhen, wenn sie
(1) an ihrer Zugehörigkeit arbeitet und dadurch die Chance, die in der Nachahmung liegt, stärkt,
(2) an ihrer Imaginationskraft arbeitet und damit ihre subjektive Aussagefähigkeit differenziert,
(3) ihre mentale Kraft forschend einsetzt und nachvollziehbares Wissen produziert,
(4) ihre Prozess- und Integrationsfähigkeit ausbaut und so einen Beitrag zur Gemeinschaft leistet.
Umgekehrt kann man auch zu viel des Guten tun. (Siehe Defizienz)

Haltung
Definition:

Haltung von Personen und von sozialen Gefügen entsteht als Integral mehrerer vernetzter Lernprozesse. Vierdimensionale Haltung gelingt in einem Prozess, in dem folgende vier Bewusstseinsdimensionen zu einem Integral verbunden werden: 

  • konkretes Tun 
  • subjektive Emotion und Imagination, 
  • objektivierende Kognition, 
  • Hervorhebung der Stärken der einzelnen Dimensionen in einem klärenden Metaprozess, der die für die Weiterentwicklung der Gesamtheit wichtigsten Potenziale betont. 
Kontext
Definition:

Der Kontext (im Leben eines Akteurs) wechselt, wenn der Akteur sich verändert oder die mitwirkenden Umstände sich verändern. 

Jede Person schöpft Erfahrungen in verschiedenen prägenden Kontexten: etwa aus der Position in der Herkunftsfamilie oder im Betrieb oder in einem Verein. Unsere Lernfähigkeit profitiert davon, dass wir in verschiedenen Kontexten - im Kindergarten, in der Grundschule, in der Peergruppe - Erfahrungen sammeln und uns so kontextgemäß verhalten lernen. 

In der Systematik von lernen4dimensional können in Kontexten verschiedene Qualitäten erkannt und genutzt werden:

I
Die Person oder Gruppe agiert in Zugehörigkeit zu anderen Akteuren. Wir nehmen vieles aus unserer Umgebung, unserem Kontext auf - vor allem, wenn wir uns aktiv einbringen, mitwirken.

II
Selbstbewusst nehmen wir uns im Kontext wahr und wählen unsere Zugehörigkeit bewusst.

III
Wir sind in der Lage, den jeweiligen Kontext genauer zu untersuchen, uns auf Ziele zu fokussieren und dadurch Veränderungen herbeizuführen.

IV
Wir wenden uns jenen Prozessen zu, aus denen unsere Zugehörigkeit, unser Selbstbewusstsein und Entwicklungen in Natur und Gesellschaft erwachsen. Wir übernehmen Verantwortung für unser Handeln und seine Folgen.

Alle vier Qualitäten (oder Dimensionen) im jeweiligen Kontext zu erschließen, erfordert Achtsamkeit und Übung.

Lernen
Definition:

Lernen kann nur annähernd begriffen oder gar definiert werden. Unser Annähern an Lernen hängt von unserem Bewusstsein ab. Vermutlich das meiste lernen wir nebenbei oder beiläufig – etwa einen Großteil der Sprache, mit deren Hilfe wir gerade über Lernen sprechen und nachdenken. 

Auf dieser Website spüren wir dem mehrperspektivischen, dem lernen4dimensional nach (siehe auch Glossarbegriff: lernen4dimensional).

lernen4dimensional
Definition:

lernen4dimensional erschließt die schöpferischen Kräfte mehrerer großer Menschheitsepochen für den Produktivprozess und führt zu einem tieferen Verständnis der Entfaltung des Bewusstseins von Personen, Gruppen und Organisationen.

Lernen ist ein Urphänomen: Beim Lernen wirkt etwas in uns, das auf unseren unbekannten Ursprung weist – eine Urkompetenz oder schlichter ausgedrückt, die uns von Natur mitgegebene Kompetenz zu lernen.

Lernen ist auch ein Kulturphänomen.

lernen4dimensional entsteht idealtypisch im Prozess der Verbindung von vier schöpferischen Bewusstseinsformen, die typisch sind für einzelne Epochen der Entwicklung der Menschheit - nämlich:

Im eindimensionalen, magischen Bewusstsein, ist die Person (oder eine Gruppe) eins mit allen anderen.

Im zweidimensionalen, mythischen Bewusstsein unterscheidet sich der/die Einzelne oder die Gruppe von anderen, wird selbstbewusst, individualisiert sich.

Im dreidimensionalen, mentalen Bewusstsein tritt eine Fokussierung in den Vordergrund, mit deren Hilfe alle Phänomene einzeln betrachtet und ausgeleuchtet werden können. Der Verstand erkennt in der Natur Gesetzmäßigkeiten und entwickelt Techniken und mächtige Technologien.

Im vierdimensionalen, integralen Bewusstsein werden die anderen Bewusstseinsformen in ihrer Eigenart erkannt und geachtet, Prozesse, Zusammenhänge und lebendige Systeme, Wirkungen und Nebenwirkungen werden erkannt und verantwortet. Haltung, Rückhalt geben, Überwindung von Raum und Zeit im Hier und Jetzt, Empathie treten in den Vordergrund.

Projekt
Definition:

Ein konkretes Vorhaben wird zum Projekt, wenn die Absicht so verdichtet wird, dass die notwendigen Kräfte und Zeitabläufe in Gang gesetzt und konsequent Schritte zum Ziel durchgeführt werden. Es gehört zum Wagnis der meisten Projekte, dass manche Hindernisse erst im Lauf der Zeit auftauchen und von den Projektakteur/innen überwunden werden, indem das Unvorhergesehene durch kompetente Entscheidungen bearbeitet wird.

Realität
Definition:

Oft werden sowohl die persönliche wie auch die soziale Realität als etwas Äußeres (uns Widerfahrendes) angesehen. Diese Realitäten können allerdings auch als etwas Inneres erkannt werden. 

Wir konstruieren unsere Realität durch unsere Wahrnehmung, Erinnerung, Imagination und vor allem in unseren Aktionen. Der Gegensatz zwischen äußerer und innerer Realität lässt sich auflösen - in einem Gestaltungs- und Bewusstwerdungsprozess, in dem es gelingt, sich als Teil der Situation (mitgestaltend) zu begreifen.

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